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Eisenverhüttung in Schönau
Die Wurzeln der Eisenverhüttung in Schönau reichen zurück bis ins späte
15. Jahrhundert und zeugen auch in einem kleinen Dorf wie Schönau vom Wechselspiel der Geschichte: Da die Eisenherstellung stets als wichtiger Wirtschaftszweig galt, wurde das Hüttenwerk mehrmals zerstört, geplündert und neu aufgebaut, so etwa im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges oder 1792 durch französische Revolutionstruppen. Die für die Eisenverarbeitung benötigte Infrastruktur hat nicht nur Schönau, sondern auch die ganze Umgebung maßgeblich beeinflusst. Ein Teil des Erzes stammte aus der Erzgrube des St.-
Die Familie Gienanth und die Eisenverarbeitung
Der Name Gienanth ist untrennbar mit der Eisenverarbeitung verwoben. Der nach dem Dreißigjährigen Krieg aus der Schweiz in die Pfalz eingewanderte Schmied Pierre/Peter Guinand legte in Gimmeldingen bei Neustadt den Grundstein und seine Söhne, die allesamt das Schmiedehandwerk erlernten, verfolgten den eingeschlagenen Weg weiter. Sein Enkel Johann Nikolaus Gienanth verlegte sich dann als Pächter zweier Schmelzen auf die Produktion von Roh-
Ludwig von Gienanth in Schönau
Ludwig von Gienanth sollte sich als geschickter Unternehmer erweisen: Er verstand es, seine Werke sowohl durch die Wirren der Eroberungen infolge der frz. Revolution als auch
die Napoleonischen Kriege zu steuern und es gelang ihm, seinen eigenen Wohlstand und den seiner Werke zu mehren und auch zunehmenden politischen Einfluss zu gewinnen. Um die Versorgung der Hütten mit Holzkohle zu sichern, stieg er sogar zum zweitgrößten Waldbesitzer der Pfalz auf. Bereits 1816 zählte Ludwig von Gienanth zu den einflussreichsten Bürgern der Pfalz und im Laufe seines Lebens werden ihm mehrere Ehrungen zuteil, deren wichtigste zweifelsohne die Erhebung in den Freiherrenstand durch König Ludwig I. im Jahre 1835 zählt. Ebenfalls 1835 erwarb Ludwig von Gienanth -
Das Hüttenwerk nach 1848
Gemäß seines Testaments fielen das Schönauer Hüttenwerk wie auch der Saarbacher Hammer je zur Hälfte an seine beiden Töchter und damit in die Ägide seines Schwiegersohns, Freiherr Gustav von Gemmingen. Dieser unternimmt in der Folge den Versuch, das Werk durch Investitionen rentabler zu machen, was jedoch nicht von Erfolg gekrönt scheint. Nach seinem und dem Tod seiner Frau Amalie soll das Werk versteigert werden, es findet sich jedoch kein Käufer. Der Versuch, ein Stahlwerk zu errichten, schlägt fehl und das Werk ist bis Anfang der 1860er Jahre beinahe gänzlich unrentabel geworden.
1865 wurden zunächst die Erzgruben verkauft, bevor am 3. August desselben Jahres auch das Werk selbst an den Großhändler Wilhelm Brummer aus Amsterdam veräußert wurde. 1867 initiierte dieser die Gründung der "Aktiengesellschaft Schönauer Hüttenwerk". Versuche, Gelder zu akquirieren, scheiterten und das Werk überdauerte noch bis 1880, als die Gesellschaft sich zur Liquidierung entschloss, die sich bis 1883 hinzog. Die neuen Eigentümer kauften das Werk wohl in erster Linie, um einen Konkurrenten auszuschalten, hatten kein Interesse an dessen Weiterbetrieb und legten es schließlich still. Um 1890 herum wurde das Werk in Teilen zurückgebaut und noch brauchbare Teile nach Niederbronn verbracht. Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein wurden die Überreste für andere Bauprojekte abgebrochen.
Das Gienanth-
Das "Herrenhaus" wurde 1839 von Ludwig von Gienanth, vermutlich unter der Ägide seines Baumeisters Christian Gerlach, als Direktions-