Feierstunde
Unterhaltungsblatt zur "Pfälzischen Presse" 28.Juli 1894

Auf Seite 4 der "Feierstunde" das Gedicht "Lebewohl an Schönau" von Karl Christ, Heidelberg. Es scheint sich hier um einen vorzeitigen Abdruck zu handeln; denn der Autor bittet um eine Einfügung eines zusätzlichen Verses (5). Das Gedicht lautet dann:
1) Leb´ nun wohl, du schöne Aue,
Seeumspülte, waldumsäumte,
Wo die Felsenburgen ragen,
Hab ich alte Zeit geträumt!

2) Hab´ vom Mainborn gekostet,
Dem die Elfe licht entsteigt
Und dem Hohenburger Ritter
Nächtlich sich in Liebe neigt;

3) Hab´ vom Wegelnburg erschauet
Rings des Wasgau´s Wälderpracht,
Hab´ den Fleckenstein erklommen,
Hoch auf steiler Felsenwacht.

4) Und wo Lindenschmidt einst hauste
Und sein Roß verkehrt beschlug,
Raubend zog durch alle Lande,
Heimwärts ritt dem Feind zum Trug.
5) Doch ihr ficht stolze Festen,
Von Giganten aufgetürmt,
Feuer nur brach diese Zinnen,
Da der Wälsche Euch Gestürmt.

6) Bin zum Blumenstein gewandelt
Tief versteckt im Buchenhain,
Und zum Maimont, wo der Ringwall
Birgt der Heiden Opferstein.

7) Wasgenstein, auch du geborsten,
Starrst empor zum Himmelzelt,
denkst der Zeit, da wilder Zweikampf
Stolze Recken hat gefällt.

8) Lebt denn wohl, ihr Burgen alle,
Die auf Felsengrat ihr trohnt!
Schütz´ dich Gott, du stille Aue,
Wo des Klosters Frieden wohnt!
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