Meist am Ende eines Bergvorsprunges, auf in das Tal hineinragende Felsnasen oder Plateaus gebaut, wie das z.B. bei den Bergfesten Wasigenstein, Frönsburg oder Blumenstein der Fall ist, beherrschten und überwachten diese Burgen die nahen Talwege und gestatteten der Besatzung auf Grund der Spornlage die Möglichkeit schneller Ausfälle. Um einer Bedrohung von dem höher gelegenen Hauptberg zu begegnen, wurde an der Angriffsseite in der Regel ein breiter Halsgraben aus dem Fels geschrotet, Ihn überquerte gewöhnlich eine Zugbrücke und führte durch das Burgtor in das oft durch hohe und starke Schildmauern gesicherte dahinterliegende Burginnere mit den Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, der Kapelle, dem Bergfried als letzten Zufluchtsort und den Ringmauern und Mauertürmen mit ihren verdeckten und geschützten Wehrgängen. Ähnlich wie die meisten anderen pfälzischen und elsässischen Burgen und Bergschlösser verdanken auch die Burgen um Schönau ihre Entstehung der Glanzperiode mittelalterlicher Feudalherrschaft und der Blütezeit des Rittertums, dessen höchste Kraftentfaltung unter die Regierungszeit der Herrscher aus dem Staufergeschlecht fiel. Ursprünglich ein Vorrecht des Königs, ging das Recht des Burgenbaues mit dem Aufstieg des Hochadels auch auf Fürsten, Grafen, Bischöfe und Äbte über. Nicht selten jedoch schufen diese auch aus eigener Machtvollkommenheit Wohnsitze in sicherer und geschützter Lage. Besonders in den Krisenzeiten des Reiches, wie etwa während der Auseinandersetzung Heinrichs IV. mit dem Papsttum (Investiturstreit), gelang es den deutschen Fürsten geschickt, die Schwächung der Zentralgewalt auszunutzen und die eigene territoriale Macht immer mehr zu erweitern.
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