Auszug aus der Chronik "Schönau/Pfalz"

Das Dorf und seine Landschaft

Schönau besteht aus zwei Ortsteilen, welche durch die Gebüger Straße miteinander verbunden sind. Linksseitig der Sauer, am Ausgang des Schwobtals und auf den hügeligen Ausläufern des Schwob- und Sindelsberges, liegt der ältere Ortsbereich mit Hauptstraße, Bergstraße, Wegelnburger Straße, Raiffeisenstraße und der Straße „Am Köpfel". Hier befinden sich außerdem die beiden Gotteshäuser, die katholische St. Michaelskirche und die evangelische Nikolauskirche, mit den beiden dazugehörenden Friedhöfen. Neben zahlreichen Neubauten sind auch noch einige ältere Bauernhäuser mit Scheunen und Stallungen anzutreffen. Der jüngere Ortsteil, dessen Bausubstanz im wesentlichen dem 19./20. Jahrhundert entstammt, erstreckt sich jenseits der Sauer, und zwar am Zundelsfelsen, in der Pfaffendölle und im Wengelsbachtal. Nach dem 2. Weltkrieg entstanden besonders entlang der Wengelsbacher Straße eine große Anzahl neuer Wohngebäude. Nur am Schnittpunkt Gebüger Straße - Wengelsbacher Straße- Am Pfaffenfelsen kann man noch einige ältere bäuerliche Anwesen mit Wirtschaftsgebäuden antreffen, die jedoch in zunehmendem Maße in reine Wohnanlagen umgebaut werden. (...)
Verfolgt man die Geschichte der Besiedlung Schönaus, so lassen sich einige typische, zum heutigen dörflichen Erscheinungsbild führenden Entwicklungsphasen erkennen. Keimzelle und Ausgangspunkt der Besiedlung war der mittelalterliche Ding- und Klosterhof (ca. 10.-15. Jh.), dessen Wohn- und Wirtschaftsgebäude sich nahe der alten, aus dem 12. Jh. stammenden St. Nikolauskirche befanden.
Der Hof wuchs, dank der Errichtung einer Eisenschmelze im 16. Jh., langsam zum Dorfe heran, dessen Bebauungsfläche sich zunächst auf das Gelände um den sog. „Hexenberg" (= westlicher, hügeliger Bergfuß des Sindelsberges) und den Eingang zum Schwobtal beschränkte. Nach dem 30jährigen Krieg mit der Zerstörung des Eisenwerkes und den sonstigen kriegerischen Ereignissen des 17. Jahrhunderts brachte das friedlichere 18. Jh. eine wesentliche Ausweitung des Dorfes mit sich. Der erneute Aufschwung des Eisenwerkes, das der Wasserkraft wegen direkt unterhalb des Königsweihers im Talgrund erbaut wurde, und wachsende Bevölkerungszahlen ließen das Dorf sich nach Westen hin, in die Pfaffendelle und das Wengelsbachtal ausdehnen. Der sumpfige Talboden der Sauer blieb dabei den Gebäuden des Eisenwerkes und anderen sich ansiedelnden Gewerbebetrieben, wie Waffenschmiede und Mühlen, vorbehalten. Zu dieser Zeit entstand auch Gebüg als externer Siedlungsort der am Eisenwerk beschäftigten Holzhauer und Köhler. In unserem Jahrhundert erfolgte dann eine weitere Ausdehnung der Bebauungsfläche auf noch unbebaute Hänge und Hügel, wie unterm Zundelsfelsen, auf den Pfaffenäckern und am Köpfel, so dass schließlich die heutige, vielfach verzweigte Siedlungsanlage entstand.(...)
Umsäumt wird Schönau von hoch aufragenden, mit Felsen gekrönten Bergen. Die Namen der Felsen klingen recht romantisch: der Zundelsfels über dem Königsweiher, mit einem herrlichen Ausblick über Schönau und das Sauertal, der Pfaffenfels, der einer riesenhaften Kapuze ähnlich sieht, der Bruderfelsen, wo der Sage nach einst ein Einsiedler hauste, der aussichtsreiche Schlüsselfels auf dem Schwobberg und der Hirtsfelsen bei Hirschthal. Rechts des Sauertals bildet ein Kranz von Bergen - wie Nestelberg, Zundelsberg, Dachsberg und Hichtenberg, mit dem doppelköpfigen Maimont im Zentrum zusammen mit den nahen elsässischen Berghöhen einen mächtigen Gebirgsstock, der im Westen durch die
Taleinsenkung bei Ludwigswinkel-Rösselbrunn, im Süden durch das Steinbachtal mit der elsässisch-lothringischen Paßstraße Bitsch-Weißenburg seine Begrenzung findet.

Dieser Gebirgszug mit Gipfelhöhen zwischen 400-500 m im Dreieck zwischen Fischbach, Burg Lützelhardt und der Tannenbrücke (am Zusammenfluss des Steinbachs mit der Sauer), findet auch linksseitig der Sauer seine Entsprechung. Hier bildet ein mit zahlreichen Ausläufern versehenes Gebirgsmassiv die Abgrenzung des Schönauer Gebiets im Westen. Es nimmt seinen Anfang unterhalb des Ortes Hirschthal am mächtigen Felskoloß des Fleckensteins, zieht über den steilen Schloßberg mit den Burgen Löwenstein und Hohenburg hinauf zum höchsten Punkt dieses Waldlandes, der 572 m hohen Wegelnburg, und findet, begrenzt durch die Talsenke von Nothweiler und das Rumbachtal, seinen nördlichen Abschluss mit dem Kuhnenkopf und dem Beißenberg, während die ebenfalls dazu gehörigen Adelsberg, Schwobberg und Sindelsberg ihre Höhenrücken zungenförmig nach Westen in Richtung Schönau strecken. (...)


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