Auszug aus der Chronik "Schönau/Pfalz"

Alte Berg- und Waldnahmen

Die alten Grenz- und Waldbeschreibungen des Amtes Wegelnburg weisen eine Fülle von Benennungen auf, die teils örtlichen, teils geschichtlichen Ursprunges sind. Sie zeugen von der großen Bedeutung des Waldes für unsere Vorfahren, war er doch seiner vielseitigen Beanspruchung ein nicht unwesentlicher Teil bäuerlicher und gewerblicher Existenzgrundlage. Der Wald wurde als Weide, Holzlieferant und Spender vielerlei Früchte, Beeren und Pilze genutzt. Er war zudem der Ort waldgebundener Tätigkeiten, wie sie z. B. der Köhler, Harzsieder und Pottaschebrenner ausübte. Diese Verbundenheit des Menschen mit dem Wald fand ihren Niederschlag in der Namengebung bestimmter Gelände, Plätze und Örtlichkeiten. Manche Benennungen hielte auch die Erinnerung wach an bedeutsame Geschehnisse, die sich in diesem Waldgebiet ereignet hatten und die durch mündliche Oberlieferung im Gedächtnis des Volkes hatten geblieben waren.

In den folgenden Ausführungen soll nun der Versuch unternommen werden, der Herkunft dieser alten waldbezogenen Benennungen nachzuspüren und nach Möglichkeit eine Deutung der Namen zu geben.
Adelsberg
erw: 15. Jh. athelnberg, 1579 ackelberg, 1603 agkelberg, 1735 der große Adels berg
Bed: Der Name weist auf das Besitztum eines in dieser Gegend ansässigen Adels geschlechts hin. Der große Adelsberg bildet die Gemarkungsgrenze zwischen Schönau und Rum bach. Ihm schließt sich gegen Norden der kleine Adelsberg mit den Kletterfelsen der Adelsnadel an.

Beißenberg
erw: 15. Jh. bysenberg, 1655 Beyssenberg, 1735 Beißenberg Bed: unbekannt
Der Beißenberg ist ein alter Dreimärker zwischen den Gemarkungen von Rumbach, Schönau und Bundenthal-Finsternheim (Weißenburger Mundat).

Zundelsberg
erw: 1631 Sonnelsberg, 1666 Sennelsberg, 1735 Sundelsberg, 1748 Sonnelsberg, 1784 Zundelsberg  Bed: Sonnenberg ?
Leider fehlen frühe Namen, so dass man nur vermutungsweise sonnelsberg von "sonnenberg" ableiten kann. In der Tat kann man vom Zundelsfelsen aus den Lauf der Sonne von ihrem Aufgang bis zum Untergang besonders gut verfolgen.

Bruderfelsen
erw:1784
Lage. am Hichtenberg, zwischen Schönau und Hirschthal
Bed: Der Bruderfelsen weist heute noch mittelalterliche (?) Bearbeitungsspuren auf. Möglicherweise diente er den Fleckensteinern als Wachtturm und Aussichtspunkt. Sein Namen mag der Fels von einem hier hausenden Einsiedler bekommen haben.


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